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Rezension | Tote spielen kein Klavier – Kees van Kikkerland

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Werbung |Rezensionsexemplar
Tote spielen kein Klavier| Ein Amsterdam Krimi | Kees van Kikkerland |Seitenzahl: 200 | Piper Spannungsvoll| erschienen am: 06. Juli 2020 |Ebook: 6,99 €  | Print: 13,00 €| Ansehen auf Amazon



» Der Klappentext

Privatdetektiv Willi Hübner ermittelt in seinem ersten Fall: ein hochspannender Amsterdam-Krimi mit viel Lokalkolorit und schrullig-sympathischen Charakteren!

Eine verzweifelte Mutter engagiert Privatdetektiv Willi Hübner, um ihre Tochter Ameli aufzuspüren, die seit Monaten in Amsterdam vermisst wird. Hübners Recherchen führen ihn ins Pianola-Museum, wo Ameli an einem Abend der offenen Tür zuletzt lebend gesehen wurde. Der pomadige Museumsdirektor kommt Hübner verdächtig vor, aber auch Amelis Ex-Freund Phil, ein Kleinkrimineller, gerät schnell in den Fokus der Ermittlungen.
Je tiefer Hübner in den Fall eintaucht, desto mehr begibt er sich selbst in Gefahr. Offenbar ist er einer größeren Sache auf der Spur, denn in höchsten Polizeikreisen versucht man, die Akte Ameli verschlossen zu halten. Und selbst der Amsterdamer Bürgermeister übt Druck auf Hübner aus, den Fall nicht wieder aufzurollen. Und obendrein steht aus heiterem Himmel auch noch Hübners 18-jähriger Sohn, zu dem er seit dessen Geburt keinerlei Kontakt hatte, unangemeldet vor seinem Hausboot…

Quelle: Piper

» Meine Meinung

Wisst ihr, ich fand bis vor 2 Jahren Krimis eigentlich richtig blöd. Das gucken doch nur alte Leute, dachte ich mir da. Tatort, Soku Leipzig und wie sie nicht alle heißen. Jetzt, Mitte 20 habe ich Barnaby für mich entdeckt und auch gemerkt, wie viel Spaß Sokus machen können. Ein Grund, warum ich es jetzt auch endlich ein Mal mit einem Krimi zum Lesen probieren wollte, ja diese Dinger aus Papier und zum Anfassen und so.

Hübner ist dem Leben in Deutschland überdrüssig geworden und möchte seinen restlichen Lebensabend in Amsterdam verbringen. Ein Hausboot, eine Katze und…. ein weiterer Fall. Als eine verzweifelte Mutter ihn um Hilfe bittet, ahnt er nicht, wie tief er sich in diese Sache noch verstricken und wie gefährlich alles werden wird. Denn irgendjemand von ganz oben hat seine Finger im Spiel…

Und dies merkt man als Leser schon direkt beim Einstieg. Was als gewisse Liebeserklärung und viel Erzählerei um Amsterdam beginnt, entpuppt sich nachher als ein sehr verzwickter Fall.

Tatsächlich muss ich sagen, dass ich zu Beginn meine Probleme hatte. Das lag gar nicht mal an den Figuren, die älter waren als das, was ich bisher so gewohnt war, da ich normalerweise ein ganz anderes Genre lese, nein. Hübner und Co. waren mir unfassbar sympathisch und vor allem hatte ich als Leser den Eindruck, dass jeder irgendwelche Geheimnisse mit sich herumträgt, was es umso spannender machte, wirklich mitzurätseln. Nein, das Problem bestand viel mehr im Schreibstil. Er war anders. Anders als alles, was ich bisher so gelesen habe. Anders, weil einige Passagen auf niederländisch geschrieben waren und erst weiter unten die Übersetzung kam. Passend zwar, weil Hübner genauso wenig versteht wie wir als Leser, trotzdem brachte mich genau das oft aus dem Lesefluss, wodurch ich manchmal Seiten von vorne lesen musste. Auch kamen einige niederländische Begriffe konnte ich mir nicht erschließen, wodurch ich durchaus gezwungen war, zu googlen, weil ich tatsächlich jemand bin, der dann wissen möchte, was er da eigentlich liest oder sagt.

Nach diesem, zugegeben etwas schwierigem, Einstieg ging es für mich aber umso gespannt weiter. Hübner überzeugt mit viel Charme und Humor und zeigt immer wieder, wie facettenreich auch ein Krimi sein kann, was mir unfassbar gut gefallen hat. Manche Wege verliefen, recht offensichtlich, im Sand und doch hat man genau dadurch so manches Geheimnis anderer Figuren entdecken können. Spannend. Hat mich genau das zum Nachdenken gebracht – Welche Geheimnisse tragen die Leute um mich herum mit sich herum?

Spannend fand ich zudem auch die recht kurzen Kapitel, die dem Ganzen die richtige Würze an Spannung und Schnelligkeit verlieh. Dachte ich zu Beginn, dass mich genau das eventuell nerven könnte, habe ich schnell gemerkt, dass genau das dafür sorgt, dass die Handlung, trotz aller Beschreibungen, gut vorankommt.

Fazit

Für mich war dies ein sehr gelungener Einstieg mit einigen Schwächen, die aber nicht wirklich nennenswert ins Gewicht fallen und ich werde auf jeden Fall öfter mal zu einem Krimi greifen! Es hat unterhalten und vor allem Spaß gemacht + durch die geringe Seitenanzahl konnte es mich auch extrem pushen, was die Leseflaute anging, weil ich einfach das Gefühl hatte, voranzukommen.

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